Neue Blogserie! Der Wicked Women Wednesday

Wicked Women Wednesday

 

 

„The most effective way to do it, is to do it.“

z. dt. „Der effektivste Weg etwas zu tun, ist es zu tun.“

Amelia Earhart [i]

 

 

Willkommen bei Khamo! Solltest du noch nicht gewusst haben, auf welcher Website du dich befindest, so weißt du es jetzt.

Khamo ist mehr als nur ein Label. Wir wollen eine Community von starken Frauen und Männern schaffen, die mit unseren Designs ein visuelles Zeichen für ihre Individualität und Spiritualität setzen.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden, entwerfen wir unsere Designs nach drei Grundlagen:

 

 

Es muss einfach gut sein

 

Es ist mehr als ein Logo

 

Ich bin ich – und setzte ein Zeichen!

Sign Yourself!

 

 

Da du diese Grundsätze wahrscheinlich schon auf der Startseite gelesen hast, weißt du auch, was dich hier erwartet.

Individualität, selbst in der Masse.

Wertschätzung Menschen und Umwelt gegenüber.

Mut zum „ich“ sein.

 

Doch, wer hätte es gedacht, wir erfinden damit das Charakter-Rad nicht neu. Im Gegenteil. Wir haben viele Blicke zurück- und auf unsere Umwelt geworfen und uns davon inspirieren lassen. Viele tolle Designs und Entwürfe stehen schon in den Startlöchern auf unserer Website und etsy.com und warten nur darauf, von dir an die Öffentlichkeit gebracht zu werden!

Und was braucht es dazu? Eine Tat. Du musst etwas tun. Komm in Bewegung! Denn wie unser Eingangszitat schon sagt: der beste Weg etwas zu tun, ist es zu tun!

 

Deshalb bleiben wir von Khamodesign nicht nur bei einfacher Kleidung. Wir möchten in der Geschichte und in der Gegenwart stochern, dich und andere zum Nachdenken und Austauschen anregen. Doch vor allem möchten wir zeigen, dass wir damit nicht allein sind. Denn es gab und gibt ein fast überwältigendes Maß an mutigen, inspirierenden und einfach coolen Menschen, die einen näheren Blick wert sind. Aus diesem Grund starten wir hiermit eine neue Blogserie.

 

 

 

Den „Wicked Women Wednesday“!

 

Jeden Mittwoch werden wir eine starke, unabhängige und beeindruckende Frau aus der Geschichte oder Jetztzeit beleuchten. Wir schieben sie sozusagen durch den Khamo-Ultraschall, und was da so alles zu Tage tritt wird dich überraschen!

 

Jetzt mögen sich manche vielleicht fragen: „Wicked? Aber wieso denn ‚böse‘ Frauen?“

Newsflash! Viele heute bekannte und respektierte Frauen entsprachen zu ihrer Zeit nicht unbedingt der Norm.

Frida Kahlo als Hausfrau und treues Eheweibchen? Fehlanzeige! Kleopatra als schöne aber nicht aktive Ehefrau eines Pharaos? Nicht so wirklich. Und wer kennt Maria Theresia denn bitte schön als barockes Dummchen, die ihr Reich verfallen ließ oder Madonna als braves Popsternchen, das nach zwei Wochen wieder vergessen war?

Deshalb ‚Wicked“. Diese Frauen waren ganz schön hart im Nehmen und hatten Witz, Charme, Intelligenz und Schlagkraft, zu ihren Lebzeiten für Frauen verachtete Eigenschaften, die sie jetzt aber umso mehr strahlen und hervorstechen lassen. Diese Frauen waren nicht böse. Wir sprechen ihnen dieses ‚Wicked‘ vielmehr als Kompliment aus.

 

Heute nehmen wir unsere erste Kandidatin unter die Lupe, nämlich Amelia Earhart. Gratulation an alle kleinen Privatdetektive da draußen, die das nach dem Eingangszitat direkt erkannt haben. Für alle anderen: Schnallt euch an! Denn wir starten jetzt eine Reise quer über den Atlantik und erheben uns in luftige Höhen.

 

 

 

Wer ist das eigentlich?

 

Amelia Earhart wurde am 24 Juli 1897 in Atchison, Kansas geboren. Ihre Kindheit verbrachten sie und ihre Schwester Muriel hauptsächlich bei ihren Großeltern mütterlicherseits, da ihr Vater, Edwin Earhart, nicht mit dem Alkohol brechen konnte und ihre Mutter Amy es für besser hielt, ihre beiden Töchter für einige Zeit an einem anderen Ort zu wissen. Obwohl die Familie 1907 wieder vereint wurde, blieben sie rastlos. Für Edwin war es schwer eine feste Anstellung zu finden, weshalb die Earharts viel herumzogen.

Schon als junges Mädchen zeigte Amelia großes Interesse und Begabung in Sport und Naturwissenschaften.

 

 

 

 

Ihr Weg in den Himmel

 

Nach ihrem High School Abschluss besuchte sie ihre Schwester in Toronto, Kanada, wo sie viele verwundete Soldaten aus dem ersten Weltkrieg heimkehren sah. Deshalb meldete sie sich freiwillig als Krankenschwester, als welche sie später eine große Anzahl an Piloten pflegte und dadurch eine Vorliebe für den Flugsport entwickelte.

Dann, im Jahr 1920, veränderte eine Flugshow Amelias Leben für immer. Sie nahm an einem Kurzflug von zehn Minuten teil, doch diese 600 Sekunden reichten anscheinend aus, um sie davon zu überzeugen, dass sie fliegen musste. Sie war nicht dafür geschaffen mit den Beinen am Boden zu bleiben und den damaligen, für Frauen vorherbestimmten, Weg der Hausfrau und Mutter zu gehen.

 

Sie las alles über das Fliegen, was sie in die Finger bekommen konnte, und nahm Flugstunden bei einer anderen bekannten frühen Pilotin, Anita „Neta“ Snook Southern, übrigens die erste Pilotin Iowas und die erste Frau, die eine eigene Flugschule hatte und einen privaten Flughafen leitete[ii]. Wow!

Diese komprimierte Frauenpower führte dazu, dass Amelia sich 1921 ihren Wunsch eines eigenen Flugzeugs erfüllen konnte, einen Kinner Airster, den ein fröhlicher Vorgänger knallgelb lackiert hatte. Deshalb taufte sie dieses schöne Stück auch den „Kanarienvogel“.

Mit diesem „Vögelchen“ schaffte Amelia es als erste Pilotin eine Flughöhe von 14,000 Fuß, oder im metrischen Maß, 4267,2 Meter.

Sie war die 16. Frau weltweit, der überhaupt ein Pilotenschein ausgestellt wurde.

Leider zwangen sie die finanziellen Umstände ihrer Familie dazu, ihren Doppeldecker wieder zu verkaufen und verschiedene Anstellungen als Lehrerin und Sozialarbeiterin anzunehmen, bevor sie 1927 wieder langsam zurück zum Fliegen kam.

 

 

 

20 Stunden, 40 Minuten

 

Ein Jahr später, 1928, rief sie ein bekannter Pilot, Hilton H. Railey, an und bot ihr an, ihn auf seinem Flug über den Atlantik zu begleiten. Zwar nur als Passagierin, aber Amelia zögerte nicht zuzusagen, und so überquerten sie zusammen den Ozean in 20 Stunden und 40 Minuten.

 

Dann wurde es so langsam wirklich spannend.

Zuerst lernte sie George Putnam kennen, einen Verleger aus Connecticut, der zu dieser Zeit allerdings noch mit Dorothy Putnam verheiratet war. Er lud sie ein, zu seiner Familie zu ziehen, um mit ihr zusammen an einem Buch über ihren ersten Flug über den Atlantik zu arbeiten, welches George gerne veröffentlichen wollte.

Obwohl der Beginn ihrer Beziehung rein professioneller Natur gewesen sein soll, führten ihre spätere Affäre und die Affäre von Georges Frau Dorothy mit einem Tutor ihres Sohnes zu der Scheidung des Ehepaare Putnam 1929.

 

1931 heirateten Amelia und George, allerdings kann man sich das auch nicht so romantisch vorstellen, wie manche vielleicht hoffen. Die beiden vereinbarten eine offene Ehe und Amelia wollte auch keine Kinder, beides für die damalige Zeit höchst ungewöhnlich.

 

Mit Georges Hilfe schrieb und veröffentlichte Amelia das Buch über ihren ersten Flug über den Atlantik als Passagierin.

Am 20.Mai 1932 sollte sie den Atlantik noch einmal überqueren, diesmal allerdings mit ihrem eigenen Flugzeug und nicht nur als Passagierin, sondern als Pilotin.

 

 

 

Die erste eigene Atlantikreise

 

In knapp 15 Stunden flog sie von Harbour Grace in Neufundland nach Culmore in Nordirland und war damit die erste Frau in der Geschichte, die den Ozean überquerte, der Amerika und Europa voneinander trennt.

Als gefeierte Heldin kehrte sie zurück und unternahm weitere Einzelflüge, unter anderem von Honolulu auf Hawaii nach Oakland in Kalifornien, von Los Angeles nach Mexico City und von dort nach New York. Sie war damit die erste Frau und der erste Mensch überhaupt, der sowohl den Atlantik als auch den Pazifik mit einem Flugzeug überquerte. Darüber hinaus stellte sie mehrere Weltrekorde in Geschwindigkeit und Reichweite für Frauen auf.

 

 

 

Am Äquator um die Welt

 

Dann, 1937, startete sie ihr größtes Projekt überhaupt. Am 17 März jenes Jahres rollte sie mit drei Mannschaftskameraden von der Startbahn, um als erste Person überhaupt die Welt in einem Flugzeug am Äquator entlang zu umrunden.

Nach mehreren Schwierigkeiten und zeitaufwendigen Reparaturen auf ihrer ersten Station auf Hawaii flog Amelia erst im Mai mit nun mehr nur einem Kameraden, ihrem Navigator, weiter.

Von dort aus legten sie den größten Teil der Strecke zurück, über Zentral- und Südamerika, Afrika und über den Indischen Ozean, wo sie schließlich in Lae, Neu Guinea, Halt machten.

 

 

 

 

Der letzte Flug und ihr Verschwinden

 

Am 2. Juli 1937 brachen Amelia und ihr Navigator zum letzten Viertel ihrer Reise auf. Der Plan war, von Neu Guinea aus eine Zwischenlandung auf der Howlandinsel, einem kleinen Eiland zwischen Hawaii und Australien, einzulegen, um dann von dort aus den Pazifik Richtung Amerika zu überqueren.

Nur kam das Flugzeug nie auf der Howlandinsel an. Das Schiff, dass dort auf sie wartete und über Funk mit Amelia in Kontakt war, erhielt ihren letzten Funkspruch um 8:43, bevor der Kontakt abriss.

Später fand man heraus, dass die Karten, die Amelia und Fred Noonan, ihr Navigator, verwendet hatten fehlerhaft gewesen waren, da diese die Insel, die sie anflogen, beinahe zehn Kilometer zu weit westlich verzeichnet hatten. Hinzu kamen vermutlich zu wenig Tankstoff und eine falsch geplante Route.

Nach dem Verschwinden von Amelia Earhart wurde die bis dahin weltweit größte Suchaktion eingerichtet. 64 Flugzeuge und acht Kriegsschiffe durchkämmten die Gewässer des Pazifiks nach der Pilotin und ihrem Gefährten – ohne Erfolg.

Zweieinhalb Wochen später wurde die Suche schließlich eingestellt und Amelia als verschollen gemeldet, zwei Jahre danach wurde sie offiziell für tot erklärt. Ihr zur Erinnerung wurde auf der Howlandinsel ein Leuchtturm errichtet, der auch heute noch dort steht. [iii]

 

 

 

Was macht diese Frau nun so besonders, dass wir sie als erste unsere Wicked Women ausgesucht haben?

Amelia Earhart hatte annehmbarer Weise viel Gegenwind zu Beginn, und zwar nicht nur beim Fliegen. Aber eine Frau, die derart hartnäckig, diszipliniert und leidenschaftlich an ihrer großen Passion festhielt, die mit unendlichen Mut Wagnisse mit bis dato unbekannten Ausgang auf sich nahm, eine Frau, die in der Fluggeschichte die Erste war verdient es, auch hier die Erste zu sein.

Amelia Earhart war nicht angepasst und war ganz sicher auch nicht brav. Man denke nur an ihre offene Ehe mit George Putnam, man denke nur daran, dass sie drei Nächte in ihrer neuen Lederjacke schlief, um sie alt aussehen zu lassen und sich die Haare kurz schnitt, damit sie sie beim Fliegen nicht störten. Man denke nur an ihre Einsätze als Frauenrechtlerin, in welchen sie sich gegen das traditionelle Erziehungssystem und die Geschlechtereinteilung stellte und dafür stark machte, dass Frauen an technischen Hochschulen zugelassen werden konnten.

Diese Frau hatte eine Vision und die hat sie gelebt. Sie hatte Mut. Sie war sie selbst. Sie stach aus der Masse heraus. Sie setzte ein Zeichen. Sie gab nicht auf. Sie war wahrlich eine Wicked Woman.

 

 

Quellen